Nicht nur AD(H)S-Betroffene kämpfen mit Chaos im Kopf. Auch Menschen ohne neurologische Störung kennen meistens Gedankenspiralen, aus denen sie sich nicht befreien können.

Ich habe oft abends Schwierigkeiten, mein Gehirn „runterzufahren“. Wenn ich im Bett liege und mein Körper zur Ruhe kommt, fangen die Gedanken erst recht an zu rasen.

Manchmal ist das super, denn so entstehen oft meine besten Ideen – genau in der Zeit kurz vor dem Einschlafen. Manchmal ist es aber auch ein richtiger Energieräuber, der die dringend benötigte Erholungsphase unmöglich macht.

Was mir hilft, wenn ich bemerke, dass ich mich gedanklich im Kreis drehe und nicht zur Ruhe komme, sind definitiv Atemübungen. Dabei lege ich mir etwas auf den Bauch, um besser spüren zu können, wo ich hinatmen soll. Meine Kinder kennen diese Übung als „Kuscheltier-Atem“. Was dabei genau passiert, habe ich in meinem Blogartikel über Achtsamkeit zusammengefasst (Abschnitt „Atemübungen als Achtsamkeitstraining“).  Weitere Ideen für Atemübungen werde ich in einem weiteren Artikel zusammenfassen.

Allerdings gibt es auch Menschen, bei denen sich solche Ruhephasen gegenteilig auswirken. Das Gedankenkarussell wird nur noch schlimmer, wenn sie sich hinlegen oder setzen und z.B. versuchen zu Meditieren (was übrigens auch eine hilfreiche Methode zur Gedankenberuhigung sein kann). Anstatt langsam zu entspannen und die Gedanken loszulassen, wird es im Kopf immer hektischer.

In solchen Fällen empfehle ich Bewegung. Und zwar am besten etwas, das richtig auspowert, wie Laufen, Schwimmen oder Fahrrad fahren, aber auch Yoga (wer nicht weiß, dass Yoga sehr gut auspowern kann, hat noch nicht richtig Yoga gemacht ;-)). Wenn man allerdings wie ich spät nachts Schwierigkeiten hat, geht man tendenziell eher keine Runde Joggen. Um meinen selten vorhandenen Bewegungsdrang dann ausleben zu können, habe ich mir ein Mini-Trampolin gekauft, andere Indoor-Trainingsgeräte erfüllen diesen Zweck aber natürlich auch.

Eine Leserin schrieb mir, dass ihr abends im Bett ein Notizbuch hilft, in das sie ihre Gedanken und entsprechende To Dos einträgt. Auf’s Papier ist aus dem Kopf. Da mir gestern die Atemübungen irgendwie nicht helfen konnten, habe ich das auch ausprobiert. Und dieser Tipp war für mich Gold wert!

Das ist auch genau, was ich meine: Es ist tagesform-, typ- und uhrzeitabhängig, was am Ende für Dich  funktioniert. Sei experimentierfreudig, finde heraus, was Dir ganz persönlich im diesem Moment hilft. Was Dich entspannen lässt und Dich beruhigt. Und zeige Deinen Kindern, was Du machst, wenn alles zu viel und zu überwältigend wird. Sprecht darüber, tauscht Euch aus und probiert gemeinsam neue Möglichkeiten. Ich wünsche Euch dabei eine tolle Zeit!

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