In letzter Zeit beschäftigt mich das Thema Dankbarkeit sehr. Vielleicht ist es die Jahreszeit, die mich dazu bringt. Wenn die Tage kürzer werden, ziehe auch ich mich mehr in mich zurück. Ich werde still, ich denke nach.⁠

Wofür bin ich eigentlich dankbar?⁠
Ich denke, jedem von uns fallen da ein paar Dinge ein. Vielleicht ist es die Familie, der Job, die Gesundheit. Vielleicht sind es aber auch einfach ganz kleine Dinge, wie Sonnenstrahlen am Morgen, ein warmer Tee oder der Duft von Apfelkuchen mit Zimt.⁠

Aber warum ist Dankbarkeit so wichtig?⁠
Im ersten Moment klingt das Konzept ja recht unspektakulär: Mache dir bewusst, was du hast und werde dadurch glücklich. Kann das wirklich so einfach sein?⁠

Es kann! Unglaublich, aber wahr, mehrere Studien internationaler Forscher haben herausgefunden, dass regelmäßige Dankbarkeitsübungen dazu führen, dass wir uns körperlich und mental besser fühlen. Studienteilnehmer waren messbar optimistischer und hatten eine größere Lebensfreude. Interessanterweise verschwanden aber auch körperliche Symptome wie Kopf- und Bauchschmerzen und Schwindel. Darüber hinaus schliefen sie wieder besser und länger.

Die Wissenschaftler vermuten, dass das Gefühl von Dankbarkeit Auswirkungen auf unseren Parasympatikus (unser „Ruhenerv“ oder auch „Erholungsnerv“) hat und dadurch unter anderem chronischen Stress senkt. Mittlerweile gehen Psychologen daher davon aus, dass Dankbarkeitsübungen bei der Prävention von Angst- und Panikerkrankungen helfen können. Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass die Pflege eines Dankbarkeitsrituals Medikamente bei leichten bis mittelschweren Depressionen ersetzen können. Auch posttraumatische Belastungsstörungen lassen sich durch Dankbarkeit mildern. (Beides natürlich nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht im Selbstversuch!).

Dass Dankbarkeit unserem Körper und unsere Seele hilft, ist also erwiesen. Warum es so ist, ist leider noch nicht abschließend geklärt.

Seit rund einem Jahr mache ich mir abends für rund 5 Minuten bewusst, wofür ich dankbar bin. Ich persönlich merke, dass ich dadurch Stimmungsschwankungen deutlich abmildern kann und auch das Gefühl von totaler Überforderung und der Konzentration auf das Negative deutlich besser bewältige. (Für alle, die es nicht wussten: Manni, das maulende Mammut ist mein Spirit Animal. :-))

Vor einigen Wochen habe ich auch damit angefangen, meine Kinder in dieses Ritual einzubeziehen. Beim Abendessen sprechen wir darüber, welche schönen Dinge tagsüber passiert sind und schreiben diese in ein kleines Notizbuch. Am Ende der Woche lese ich die Sachen, die sie aufgezählt haben, noch einmal vor. Die Reaktionen der beiden sind verblüffend. Und gerade unsere Tochter, bei der momentan die Wackelzahnpubertät in vollem Gange ist, profitiert davon sehr. Auch bei ihr konnte ich schon eine deutliche Veränderung bemerken: Sie wird von ihren Gefühlen nicht mehr so überwältigt, sondern erkennt immer schneller ihre eigenen Emotionen und entwickelt nach und nach Strategien, damit umzugehen.

Das Üben von Dankbarkeit kann ich euch also aus eigener Erfahrung nur empfehlen. Integriert es in euren Familienalltag, schafft euren eigenen Rituale. Habt aber auch etwas Geduld, wenn es nicht gleich so läuft, wie ihr euch das vorstellt. Es lohnt sich!

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