Dass Entspannung so wichtig für Körper und Seele ist, liegt daran, wie wir gestrickt sind:  Viele wichtige Körperfunktionen, wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck, werden von unserem Körper ganz unbewusst über das sogenannten vegetativen Nervensystem gesteuert.

Dieses System besteht aus zwei Teilen mit gegensätzlichen Funktionen, die je nach Situation aktiviert werden.

Der Sympathikus hilft uns unter anderem, dass wir aktiv werden, wenn wir Stress ausgesetzt sind. Er sorgt dafür, dass in entsprechenden Momenten Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet werden.

 

Das Ergebnis: unser Körper aktiviert seine Zucker- und Fettreserven, das Blut wird schneller durch unsere Adern gepumpt, um unsere Zellen schneller zu versorgen, die Atmung wird schneller, damit wir genug Sauerstoff zur Verfügung haben. Unser Körper stellt sich auf „fight or flight“, also Kampf oder Flucht ein.

Der Parasympathikus dagegen ist dafür zuständig, den Körper in einen Ruhezustand zu versetzen, damit er regenerieren kann. Unsere Muskeln entspannen, die Atmung wird langsamer und tiefer, Blutdruck und Puls sinken, sogar unsere Hirnströme verändern sich.

Aber warum ist es so wichtig, dass wir uns entspannen? Fahren wir unseren Körper nicht von Zeit zu Zeit bewusst herunter, steht er aufgrund der Reaktionen des Sympathikus permanent unter Strom. Das bedeutet, er wird dauerhaft mit Adrenalin geflutet. Bleibt das über einen längeren Zeitraum so, kann dies zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Angst und Panikattacken, Überzuckerung, Kopfschmerzen oder Gewichtsverlust führen.  Keine schönen Aussichten.

Natürlich gibt es mittlerweile unzählige Techniken, die uns beim Entspannen helfen können: Yoga, Meditation, Atemtechniken, Progressive Muskelentspannung und wie sie alle heißen. Aber muss es immer so kompliziert sein? Muss man diese Methoden zwingend beherrschen? Ich denke nein. Ein gutes Buch, ein Hobby, das uns Freude macht oder ein Wiedersehen mit Freunden und Familie reichen oftmals dafür aus, dass wir unser Nervensystem herunterfahren können. Aber wir müssen uns bewusst Zeit dafür nehmen und auch ein bisschen Detektivarbeit in eigener Sache leisten. Denn nicht alles funktioniert für jeden gleich gut. Wenn wir dann zusätzlich noch z.B. kleine Achtsamkeitsübungen in unseren Tag einbauen, ist das für einen durchschnittlich belasteten Menschen in aller Regel völlig ausreichend.

Und da man am einfachsten als Kind lernt, lege ich euch ans Herz, euren Kindern zu zeigen, wie man sich entspannt und ihnen beizubringen, wie man gut mit Stress umgeht. Das verbindet euch als Familie und hilft den Kindern natürlich auch langfristig auf ihrem Lebensweg. Denn wer es schafft, eine Balance zwischen An- und Entspannung zu finden, kann dadurch seine mentale und körperliche Gesundheit ein Leben lang unterstützen.

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