Seite wählen

Mut hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Sprichwörter wie “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.” oder “Dem Mutigen gehört die Welt.” sollen uns zeigen, dass nur wer mutig ist, im Leben auch erfolgreich sein kann. Viele von uns glauben das auch, weil wir es so schon als Kinder gelernt haben.

Aber muss man gleich die ganze Welt verändern, um mutig zu sein? Was genau ist denn eigentlich Mut?

Mut als Abwesenheit von Angst

Als ich begann, das Thema Mut zu recherchieren, fragte ich Menschen zwischen 5 und 75 Jahren “Was ist Mut für dich?”. Und völlig losgelöst vom Alter, waren die Antworten, die ich bekam, sehr ähnlich. Sowohl für Kinder als auch für uns Erwachsene ist Mut in erster Linie die Abwesenheit von Angst.

Neue Dinge ausprobieren, raus aus der Komfortzone, die eigenen Grenzen bewusst überschreiten, das alles nehmen wir unabhängig von unserer Lebenserfahrung als mutig wahr. Überrascht hat mich dabei besonders, dass sogar schon recht junge Kinder eine sehr konkrete Vorstellung von Mut haben. „Wenn man Angst hat, kann man die mit Mut besiegen!“ war z.B. die Antwort eines Fünfjährigen.

Doch ist Mut nicht sehr viel mehr?

Scheinbar sind wir uns also über die Grundlagen von Mut einig. „Mut ist, wenn man Angst hat, aber es trotzdem macht.“ Aber Mut hat für jeden von uns auch ein ganz individuelles Gesicht. Als ersten Impuls denken wir oft an Menschen, die durch ihren Mut in den Blick der Öffentlichkeit gerückt sind: Nelson Mandela, Malala Yousafzai, Mahatma Gandhi oder die Geschwister Scholl.

Wenn die Frage aber lautet „Kennst du persönlich jemanden, der mutig ist?“, fallen jedem von uns dennoch Beispiele aus dem eigenen Freundes- und Familienkreis ein. Menschen, die Dinge ansprechen, die nicht gut laufen, Menschen, die alleine in fremde Städte ziehen, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, Menschen, die schwere Operationen überstehen müssen, Menschen, die trotz psychischer Erkrankung jeden Morgen aufstehen,…

Dabei scheint es uns deutlich leichter zu fallen, Mut bei anderen zu entdecken. Denkt trotzdem einmal darüber nach, wann ihr das letzte Mal mutig wart. Ich habe zum Beispiel letzte Woche meinen gesamten Mut gebraucht, um zum Zahnarzt zu gehen.

Mut hat viele Gesichter

In unserem Alltag gibt es viele Momente, in denen wir mutig sein können: Ehrlich sein, wenn wir Mist gebaut haben. Sich entschuldigen. Sich einmischen, wenn etwas ungerecht ist. Nein sagen. Eine andere Meinung haben als andere. Auf jemand zugehen. Jemandem sagen, dass man ihn mag. Es kann auch mutig sein, zuzugeben, dass man Angst hat. Mut hat so viele Facetten und ich freue mich darauf, gemeinsam mit euch ein paar davon näher zu beleuchten.

In den nächsten Tagen werde ich kindgerecht erklären, wie Mut entsteht und zeige euch auch verschiedene Ideen, die euren Kindern helfen können, schwierige Situationen mutig und selbstbewusst zu meistern. Daneben wird es Interviews mit Angst- und Mut-Expertinnen geben.

Außerdem habe ich so viele schöne Kinderbücher, Hörspiele und Filme entdeckt, die Mut machen. Einige werde ich hier in den nächsten Tagen vorstellen.

Falls ihr Fragen oder selbst etwas Tolles zum Thema Mut entdeckt habt, meldet euch gerne bei mir! Ihr erreicht mich unter mail@meinstarkeskind.de

Mein starkes Kind